5.12.2020

Heute gibt es einen Beitrag von Jochen Launer:

Die Zeit, sie rast,
Advent ist’s wieder
schöne alte Weihnachtslieder
klingen schon aus manchem Haus.
Doch: Markt und Straßen sind verlassen,
keiner schaut zum Fenster raus.
Ich frage mich, was gibt‘s schon wieder,
und wie sieht‘s wohl woanders aus?

Ich hab kürzlich Bekannte zur Adventszeit befragt,
lesen Sie, was die mir gesagt:

Spricht ein Bayer:

A bissel Freud´für jeden
A bissel Glück vielleicht
A bissel Harmonie
zur holden Weihnachtszeit
das wünscht sich hier “oa jeder”,
ob Josef oder Hans und Franz,
A bissel Weihnachtssegen
im hellen Lichterglanz

Und das sagte ein Schwabe dazu:

Wenn du woisch,
dass dir`s gut geht und deiner Familie au,
und wenn du na die andere net vergisch,
die s net so gut hen wie du:
Des isch Weihnachte!

Verzweifelt kommentiert ein Hesse:
2020 jo, des kannsch vergesse.

Unser Pfälzer-Weinstuben-Wirt empfiehlt:
sind auch die Zeiten miserabel,
trink deinen Schoppen und halt den Schnabel.

Wenn Nikoläuse Mundschutz tragen
bloß nicht nach dem Ursprung fragen,
die Gazetten sind grad voll davon.
In Herford, Bielefeld und Bonn,
von Hammerfest bis Barcelona
stöhnt fast ein jeder: Oh, Corona,
wär dieser Spuk doch bald zu Ende,
zum Gruß man wieder reicht die Hände!

Regierungen von Bund und Land
bringt es fast um den Verstand:
Verschwörer zeigen selbsterhob‘ne Macht,
ohne dass zu Ende sie gedacht,
das Volk will teils nicht auf sie hören,
kann das wohl das Gemeinwohl stören?

So hört, Ihr Leute jeder Zunft:
Diese Macht, sie hat keine Vernunft
und die Vernunft hat keine Macht.
Drum rate ich Euch mit Bedacht:
Gebt bitte auf Euch selber Acht,
schützt alle, die stets um Euch sind,
ob Oma, Bruder, Nachbar, Kind,
seit vorsichtig und auf der Hut
und bittet: Herr, macht alles gut!

In diesem Sinne wünsche ich
allen Leserinnen und Lesern
eine besinnliche und gesegnete
Advents- und Weihnachtszeit.

Jochen Launer