20.12.2020

Am 20. Dezember kommen die Schäfchen!

Zuhause bei meinen Eltern hatten wir eine Krippe als Adventskalender. Jeden Tag kam eine kleine aus Papier gebastelte Figur dazu. Mal war es der Stall, mal die Krippe, mal der Stern und mal die Palme, mal das Kind mit der Puppe und dann die Mutter, die das Kind suchte, der Nachtwächter oder der Igel. Und natürlich auch das klassische Krippenpersonal: Der Engel, die Könige, die Hirten, Ochs und Esel und Kamel kamen nach und nach dazu, bis am 24. das Christkind in die Krippe gelegt wurde. Und zu jeder Figur gab es eine kleine Geschichte. Natürlich weiß ich die Reihenfolge nicht mehr. Aber tief ins Gedächtnis hat sich mir eingeprägt, dass am 20. Dezember die Schäfchen kommen.

Das wurde in unserer Familie zum geflügelten Wort, da am 20. Dezember mein Vater Geburtstag hat. Das ging dann schließlich soweit, dass Gäste, die kamen, um meinen Vater zum Geburtstag zu gratulieren, sich an der Türsprechanlage nur mit „Am 20. Dezember kommen die Schäfchen!“ meldeten.

Und mein Vater? – Der nahm es mit dem ihm eigenen Humor und der ihm eigenen Frömmigkeit. Er verwies uns auf den 23. Psalm „Der Herr ist mein Hirte“. Und er sang dann vor allem gerne das aus der Herrenhuter Tradition stammende Kirchenlied „Weil ich Jesu Schäflein bin.“ Meist allerdings sang er auch den Anfang der 7. Strophe: „Sollt ich nun nicht fröhlich sein, ich beglücktes Schäfelein?“ Und dann haben wir fröhlich miteinander gefeiert.

Solche Fröhlichkeit aus tiefem Glauben gepaart mit Humor wünsche ich Ihnen!

Johannes Beer