14.12.2020

Geschenke

Ich liebe es, Geschenke zu bekommen. Wie gerne packe ich ein geheimnisvoll aussehendes Päckchen aus.

Zu Weihnachten bekommen wir Geschenke. Vorher werden wir gefragt: Was wünscht Du dir zu Weihnachten? Wenn man älter geworden ist, sind die Wünsche oft nicht mehr so großartig wie in jungen Jahren. „Ich wünsche mir nichts“, sagen wir dann, „ich habe ja alles“.

Ich habe ja alles: Ja, stimmt denn das? Materiell habe ich vielleicht wirklich alles. Aber wenn ich ehrlich bin, gibt es ja auch noch andere Wünsche als ein besonderes Buch, ein Fahrrad oder eine neues Kleid.

Ich kenne auch andere Wünsche, existentielle Wünsche, Wünsche, die mein Leben betreffen:

Ich möchte, dass die Corona-Pandemie endlich ein Ende findet.

Ich möchte die Hoffnung niemals verlieren.

Ich möchte mich so richtig freuen können.

Ich wünsche mir Geborgenheit und Frieden.

Das sind Wünsche, die mir niemand gerade so erfüllen kann. Gesundheit, Hoffnung und Glück, Frieden und Liebe kann ich nicht einfach auspacken wie ein Weihnachtsgeschenk und dann sind sie da.

Und doch sind das genau die Geschenke, die uns zu Weihnachten versprochen sind. Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. (Jes 9,5) So lesen wir es bei dem Propheten Jesaja. Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird wie ein weiser König herrschen und die sehnlichsten Wünsche erfüllen. Mit dem kleinen Kind in der Krippe kommt Gott selbst auf die Welt, um uns mit dem wirklich Wichtigen im Leben zu beschenken: mit Geborgenheit und Liebe, mit Hoffnung, die mein Leben, aber auch mein Sterben und den Tod mit einschließt, mit innerer Zufriedenheit, die mich mit den Höhen und Tiefen des Lebens gelassener umgehen lässt.

Zu Weihnachten werden wir reich beschenkt, nicht nur mit materiellen, fassbaren Dingen, sondern vor allem mit Lebensnotwendigem, mit dem, was wirklich die Not des Lebens wendet.

Lassen Sie sich/lasst Euch reich beschenken!

Annette Beer