An(ge)dacht am 10. Sonntag nach Trinitatis, dem 16.8.2020: Wer ist Gott?

(Psalm 33,12)


Bevor mein Volk, Karovolk, Jesus nicht kannten, verehrten wir Götter, Naturkräfte und Ahnengeister. Wir glaubten an Gott, aber die Vorstellung von Gott war sehr vage. Wir glaubten an 3 Götter (Dibata Kaci-kaci, Dibata Padukah Nu Aji und Dibata Banua Koling), aber wir wussten mehr über die Geister, die wir verehrten. Als die mächtigsten und am meisten Schutz bietenden Geister galten diejenigen, die im Krieg sterben oder getötet werden, Selbstmord begehen oder vom Blitz getroffen werden. Unser Schutzengel ist der Geist des Babys, dass gestorben ist bevor sein erste Zahn wacht.
Wir glaubten, dass die Naturkräfte und die Geister unser Leben beherrschen. Wir hatten uns ihnen ergeben. Dieser Glaube an Geister machte große Angst, weil diese Mächte als Bedrohung empfunden wurden. Tatsächlich gab es Zeiten von Dürre, Stürmen, Krankheiten, Epidemien und Todesfällen, was wir damals der Macht der Geister zuschrieben. Wir beteten, um zu verhindern, dass die Geister wütend werden und unser Leben bedrohen.

Aber nachdem das Licht des Evangeliums uns erleuchtet und unser Land gleichzeitig modernisiert hatte, veränderte sich unser Leben. In diesem Fall sind es die Frauen, die sich am meisten unabhängig fühlen. Jedenfalls verbietet die Kirche Männern, mehr als eine Frau zu heiraten. Davor konnte ein Mann heiraten, wie oft er wollte. Unser Leben wird jetzt durch die Kraft Gottes befreit. Denn wenn wir zu Gott gehören, sind wir frei von Ängsten vor der Kraft der Natur und der Kraft der Geister, weil der Name und die Kraft Jesu so für uns real sind. Wenn wir uns bedroht fühlen, beten und singen wir im Namen Gottes. Danach wurden unsere Herzen ruhig und still.
Der Psalmist hatte also Recht, als er sagte, dass wir zu Gott gehören. Gott hat uns geformt und erschaffen. Unser Leben liegt in seinen Händen. Wir gehören zu Gott wie Schafe zu ihrem Hirten. Der Psalmist stellte sicher, dass wir in Gottes Händen waren und noch immer sind.
Wie erklären wir der Welt, dass Gott für uns da ist und er der Schöpfer ist? Wie können wir der gegenwärtigen Generation von Gott weiterhin Zeugnis geben, wenn sie gleichzeitig das Bestseller-Buch von Stephen Hawking mit dem Titel: Kurze Antworten auf große Fragen gelesen haben? Seine Gedanken zu Ursprung und Zukunft der Menschheit sind zugleich eine Mahnung, unseren Heimatplaneten besser vor den Gefahren unserer Gegenwart zu schützen. 1981 nahm Hawking an einer Kosmologietagung im Vatikan teil, auf der er sein Konzept vorstellte, laut dem das Universum keine Grenzen haben solle. In diesem Vortrag stellte er das All zugleich als ein Phänomen dar, das einfach vorhanden ist und dementsprechend keines Schöpfergottes bedarf.
Aber was ist dem gegenüber gemeint, wenn wir von Gottes Güte sprechen? Was bedeutet, dass wir der Erbe des Himmelreichs sind? Meinen wir das: Wenn wir in allem Freude, Erfolg und Glück erfahren. Gesund und reich sind ohne Mangel? Aber ist Gott auch gut, wenn die Umstände schwierig sind, wenn das Leiden drängt? Wie ist Güte gemeint, wenn wir im Leben Einsamkeit ohne Freunde und ein ungewisses Morgen erleben?
Die obigen Fragen sind nicht einfach zu beantworten. Aber zumindest lässt uns der Glaube weiterhin darauf vertrauen, dass Gott für uns da ist, und dass er auf außergewöhnliche Weise wirkt, ob wir es verstehen können oder nicht. Wir können die Wirkungsmacht Gottes nicht mit einem hochauflösenden Teleskop oder Mikroskop beweisen. Das ist für uns unmöglich. Wir können nicht die ganze Wirkungsmacht Gottes beschreiben, unsere Sprache ist zu arm, um den Reichtum der Macht seiner Liebe auszudrücken.
Eine Sache, die wir tun können, um das Geheimnis seiner Existenz und Gegenwart zu verstehen und zu erfahren, ist einfach, es anzubeten! Amen.

Pfr. Albert Purba